Mittwoch, 20. April 2011

Rundreise Part 2 und Part 3

In dem Moment, in dem wir diese Zeilen schreiben, sitzen wir in einem Zimmer und haben zum ersten Mal seit 24 Tagen nichts zu tun: Keinen Weg zu fahren, nichts zu besichtigen oder fotografieren, keine Übernachtungsmöglichkeit finden. Einfach nur gammeln. Schööööön. Allerdings haben wir in der aufregenden Reisezeit auch viele wunderbare Eindrücke sammeln können. Unsere Erlebnisse auf der Südinsel habt ihr ja schon beim letzten Mal erfahren. Danach folgten noch elf Tage auf der Nordinsel, die nicht minder beeindruckend waren.

Nach unser Ankunft in Wellington wurde Neuseelands Hauptstadt noch ein klein wenig besichtigt. Scheinbar durften sich ein paar Künstler bei der Gestaltung des Stadtbilds auslassen. Ist aber an einigen Stellen ganz schick geworden. Und auch hier (wie schon in Auckland) fast nur ein- oder zweigeschossige Wohnhäuser. Wohnhochhäuser, wie wir sie aus unserem Berlin kennen, sind hier Mangelware. Ganz angenehm.

Landschaftlich wechselte das Panorama auf dem Weg nach Norden fast mit jeder Kurve. Von den Bergen im Süden ging es über grüne Hügel auf einmal durch eine regelrechte Steppenwüste. In dem hier sich befindlichen Tongario Nationalpark steht übrigens auch der Schicksalsberg aus dem Film „Herr der Ringe“ (da, wo Frodo, die Pfeife, den Ring reingeschmissen hat). Kurz danach war dann die öde Steppe wieder vorbei, weil wir Lake Taupo erreichten. Ein schönes Fleckchen Erde, das wir zum Baden nutzten. Aber auch ein gefährliches Fleckchen Erde, denn hier pufft, zischt und köchelt es an wirklich jeder Ecke. In Rotorua blubbert sogar aus den Gullies kochend heißer Wasserdampf. Der schöne Nebeneffekt dieser vulkanischen Aktivitäten sind heiße Quellen, in denen wir unsere müden Knochen entspannen konnten, sowie ein giftgrüner und nach Schwefel stinkender Naturpark, der absolut einen Besuch wert ist.

Weiter ging’s auf die Coromandel-Halbinsel, die wir ja schon ein bisschen kannten. Hier feierten wir Jons Geburtstag (wir kamen tatsächlich auch in diesem Jahr nicht komplett um den Familiengeburtstagsmarathon März/April herum) mit einer Speedboottour bei bestem Sonnenschein entlang der Küste zur Cathedral Cove. Den Abschluss der langen Rundreise bildete Auckland. Vom Mt. Eden (einem erloschenen Vulkan) und erneut vom Boot aus konnten wir die Stadt von ihrer schicken Seite begutachten. Anne und ich sind die Großstadt aber nicht mehr so richtig gewohnt – da wirste ja kirre beim Autofahren!

Jetzt sitzen die Eltern im Flieger Richtung Heimat, während schon der nächste Flieger mit Besuch aus Deutschland Neuseeland ansteuert. Davon erfahrt ihr aber später mehr. Trotz einiger Launen von allen Beteiligten war es ein echt toller Urlaub mit Jon und Andrea. Wir haben sehr viel gelacht (man erinnere sich an „Ick will zu Kentucky Mac Chicken!“, „Und jetzt denk dir mal n Stück Butter.“ und nicht zu vergessen „Dreht euch mal alle uhum!“) und noch mehr erlebt. Nach unglaublich vielen Eindrücken am Tage saßen wir abends in kuscheliger Runde zusammen und haben so manche Wein- und Bierflasche gekillt. Basti hat uns oft ein Feuerchen gezündelt während wir den Sternenhimmel mit dem verwirrenden Kreuz des Südens, einem Einkaufswagen und vielen Sternschnuppen beobachteten. Wenn es zu kalt wurde, verkrochen wir uns in den elterlichen Van „Berta“ – nicht ohne sich beim Ein- oder Aussteigen den Kopf zu stoßen – sahen uns einen Film an und pupsten um die Wette nach dem knoblauchhaltigen Abendessen. Doch so muss Urlaub sein. Einfach schööööööön.

P.S.: Auch an dieser Stelle nochmal einen ganz ganz lieben Dank an Jon und Andrea für alles!

Nachtrag: So kann’s gehen. Unterwegs fanden wir dieses Internet einfach nicht und daher sind nun schon ein paar Tage vergangen, seit wir unseren zweiten Besuch aus Deutschland, nämlich die Nüggü und die Judith, begrüßen durften. Vorbei war's mit der Ruhe. :-)

Bisheriges Highlight war eine Höhlentour durch die Waitomo Caves, bei der wir uns zuerst 27 Meter abseilten (das entspricht etwa dem neunten Stockwerk eines Hochhauses!), danach durch enge Höhlenlöcher krochen (teilweise sogar kopfüber!), ein bisschen Black Water Rafting machten und schließlich die 27 Meter wieder nach oben kletterten (und ich meine KLETTERN!). Sehr schweißtreibend das Ganze sowohl wegen der Anstrengung als auch manchmal wegen der Angst, aber ein total faszinierendes Erlebnis.

Ebenfalls unvergesslich war auch unser erster Schnee in Neuseeland, denn dieser fiel ausgerechnet dann, als wir die „Desert“ Road Richtung Süden durchfuhren und sich der bisherige heftige Regen in Schneegestöber änderte. Am nächsten Tag schien aber wieder die Sonne. Verrückt! In diesem Moment befinden wir uns wieder in unserem zweiten Zuhause Havelock und bereiten mit Küstennebel, Bier und Rotwein uns auf unsere zweite Südinsel-Tour vor. Sandflies wir kommen!!

So, nun aber husch wieder an die Arbeit, ihr Daheimgebliebenen.

Hugs and kisses
your Kiwis.



Love is in the air


Moderne Kunst




Tongariro National Park


Waiotapu Wonderland


Sonntag ist Badetag






Jons Geburtstagsgeschenk


Relaxing in the sun between Schafkacke


Mount Eden in Auckland


Schon wieder Weiber an der Backe!


"Nein, nein! Farne müssen wir
von der Postkarte abfotografieren."


Abseiling


Caving


Posing