Freitag, 23. September 2011

Jumping the ditch

Australien - groß, heiß und voller gefährlicher Tiere. Das war in etwa der Kenntnisstand, mit dem wir vor drei Wochen dieses Land betreten haben. Inzwischen wissen wir: Australien IST verdammt groß, das Wetter IST verdammt heiß und gefährliche Tiere… nunja, die wird’s wohl geben. Wir haben bisher aber noch keine gesehen. D.h. wir hätten beinahe eine Schlange überfahren, die sich über die Straße schlängelte. Und eine tödlich giftige Spinne saß wohl ganz dich bei Anne, als wir den einen Abend mit Cathrine und Vince – Stopp mal… wir greifen ja schon vor. Also noch mal von vorne.

Zunächst die Fakten: Australien ist das sechstgrößte Land der Erde und dabei fast 22mal so groß wie Deutschland. Gleichzeitig leben dort aber nur 20 Millionen Menschen, was etwa einem Viertel der deutschen Besiedlung entspricht. Mit anderen Worten - man hat dort eine Menge Platz und sollte ein bisschen Zeit einplanen, um die Nachbarn zu besuchen. In unseren sechs Wochen bereisen wir die australische Ostküste von Cairns im Nordosten bis nach Sydney im Südosten, was einer Luftlinienentfernung von fast 2000 km entspricht. Zum Vergleich: Von Berlin nach Istanbul sind es nur 1750 km.

Um von unserer alten Heimat Neuseeland bis nach Cairns zu fliegen, muss man übrigens eine Strecke hinter sich lassen, die in etwa der Entfernung von Berlin nach Bagdad entspricht. Ihr könnt euch als sicherlich denken, dass dieses "kleine" Meer, die Tasmanische See (oder auch "The Ditch"), welche "NZ" und "OZ" trennt, tatsächlich ziemlich mächtig ist. Und wo wir schon bei den neuseeländisch-australischen Beziehungen sind: Beide waren ehemalige britische Kolonnien und haben auch heute noch Queen Elizabeth II als Staatsoberhaupt. Die Flaggen sehen ebenfalls fast gleich aus mit dem Union Jack im linken oberen Quadranten sowie einer Abbildung des Southern Cross. Die Kiwis geben sich aber bescheiden und haben nur vier rote Sterne auf ihrem Banner, während die Aussies (wird gesprochen wie Ossi, hihi) gleich sechs weiße Sterne für das Sternenbild benötigen. Beide Länder kann man als "Down Under" bezeichnen – meistens jedoch wird damit Australien gemeint. Die Aussies halten die Kiwis für hinterwäldlerische Schafzüchter, während die Kiwis die Aussies als eingebildete Großmäuler bezeichnen (oder auch nicht, das ist wohl mehr sowas wie eine Hass-Liebe). Rugby spielen aber beide ziemlich gut.

Wir hoffen, euch brummt noch nicht der Kopf vor so viel neuem Wissen. :-)

Unser Start in OZ stand übrigens unter keinem guten Stern: Zuerst wurden wir von unserer dortigen Verabredung (und unserem eigentlichen Grund, das Land zu besuchen) sitzen gelassen, dann war das Flugzeug verspätet (was aus fünf Stunden Reisezeit acht machte), dann haben wir wie blöde die Autovermietung gesucht, dann hatten wir auf einmal Magenprobleme… und außerdem hatten wir in unseren letzten Wochen in Neuseeland einfach eine so herrliche Zeit, dass wir eigentlich nur zurück wollten. Verdammtes Heimweh!

Aber hier ist es auch ganz schön. Rund um Cairns (wo wir ankamen) gibt es Regenwälder, goldene Sandstrände und vor allem das Great Barrier Reef, das wir uns auf gar keinen Fall entgehen lassen wollten. Mit einer Schnorcheltour von Port Douglas zum äußeren Reef konnten wir uns den Traum von bunten Korallen und Fischen auch erfüllen. Wir sahen sogar einen 1,50m großen Riffhai und eine Meeresschildkröte! Wow!!! Zwischendurch haben wir im Zoo von Kuranda Kängurus (bzw. Wallabies, die kleineren Verwandten), Krokodile, Koalas, bunte Schmetterlinge und bunte Vögel aus nächster Nähe beobachten können. Und in der Dämmerung flatterten riesige Fledermäuse herum – gruselig.

Riesige Spinnen waren bisher ebenso Fehlanzeige wie riesige und/oder giftige Schlangen sowie riesige Krokodile. Aber an fast jedem Strand wird durch Schilder darauf hingewiesen, dass sich Krokos (oder bösartige Würfelquallen) im Wasser aufhalten können. Okaaaayyyyyy....

Wir haben auch schon die Einwohner von ihrer angenehmen Seite kennengelernt. Von einem Ehepaar wurden wir spontan zum Abendessen und einem Drink eingeladen, was wir natürlich nicht ablehnten. Am Ende wurden daraus zwei sehr gesellige Abende mit leckerem Essen und frischen Spiritousen. Und, wie oben bereits erwähnt, in Gesellschaft einer gefährlichen Spinne, die sich aber dezent zurückhielt und erst beim Aufräumen entdeckt wurde. Puh!

Inzwischen sind wir schon sehr viel weiter südlich in der Nähe von Brisbane. Auf dem Weg konnten wir ein bisschen in die Regenwälder (mit vielen Wasserfällen) und sogar ins Outback Australiens hineinschnuppern. Wenn der Tank allerdings nur für 350 km reicht und man keinen Allradantrieb hat, ist eine Tour ins richtige Outback nicht sehr empfehlenswert. Daher halten wir uns eher in Küstennähe auf, was aber wirklich sehr schön ist. Der Ozean beherbergt schließlich viele tolle Geschöpfe. Zum Beispiel Buckelwale, die wir bei einer Whale Watching Tour beobachten konnten und die uns eine atemberaubende Show mit Sprüngen, Seitwärtsrollen und Blasmusik boten. Tja, da verblassten selbst die Pottwale in Neuseeland ein wenig.

Nun ist die Hälfte unserer Reisezeit bereits vorbei und langsam stellt sich so etwas wie Heimweh nach Deutschland ein. Doch noch haben wir drei Wochen vor uns, in denen wir hoffentlich noch einige andere Einheimische (z.B. Koalas) kennenlernen, noch brauner werden, noch mehr Abenteuer erleben und noch einmal so viel Strecke mit unserer Matilda (so haben wir den Van getauft) zurücklegen.

Sonnige Grüße von Basti und Anne.

Känguru füttern
Wildlife
Barron Falls
Die Herkules-Motte (ca. 40cm groß!)
Polly will 'nen Keks!
Süüüüß!
Great Barrier Reef
Unser Van "Matilda"
Schildkröte im Lake Eacham
Murray Falls
How to open a cocnut.
Mjammi!
Ein bisschen Outback - weites Land!
Wir wurden beim Wandern
von der Flut überrascht.
Sonnenaufgang am Cape Hillsborough
Profis beim Wellenreiten
Das Walbaby war einer kleiner
Springinsfeld.
Wink doch mal!