Freitag, 20. März 2015

Back in the south

Und schon wieder haben wir euch sträflich lange warten lassen. Das tut uns leid; es ist nicht so, dass ihr uns nicht am Herzen liegt, aber unsere Freizeit hier drüben wird von einem ca. 70 cm großen Knirps bestimmt, der nicht viel Raum für Logbucheinträge lässt. Ganz zu schweigen von solchen Aktivitäten wie Lesen – unsere mitgenommenen Bücher werden wohl nahezu unangetastet die Heimreise antreten.

Daher haben wir uns heute mal einen Ruhetag verordnet. Naja, der Hauptgrund ist viel eher die Tatsache, dass wir eine ganze Busladung voll an Wäsche haben, die mal dringend gereinigt werden muss. Und in der Zwischenzeit kann Henri ein bisschen auf der Wiese hin und her rollen, Anne kann Brot backen und ich schreibe ein bisschen Blog.

So, die Südinsel also. Lange Zeit war das ja damals quasi unsere Heimat, als wir in Havelock einem geregelten Arbeitsleben nachgingen. Trotzdem haben wir auch hier noch weiße Flecken auf der persönlichen NZ-Landkarte, die wir nun füllen möchte. Aber immer der Reihe nach...

Zunächst kam die Fährüberfahrt von Wellington nach Picton. Diese haben wir ja schon ein paar mal gemacht und daher Katja auch von der tollen Aussicht vorgeschwärmt, aber dieses Mal meinte es der Wettergott leider nicht gut mit uns und bescherte uns dicke graue Suppe und dazu etwas heftigeren Seegang, der das große Schiff doch ganz schön ins Schaukeln brachte. Da war an Aussicht leider nicht zu denken. Zu allem Überfluss konnten wir auch nicht den Hafen ansteuern, weil dort ein anderes Schiff aufgrund des Seegangs den Kai gerammt hatte und dieser zunächst repariert werden musste. So cruisten wir drei zusätzliche Stunden durch die Marlborough Sounds. Immerhin gab es vom Kapitän die Durchsage, dass es im Bordbistro als Entschädigung Fish'n'Chips for free gäbe, was eine kleine Stampede Richtung Futtertheke auslöste. Wie gut, dass wir uns fünf Minuten vorher bereits Essen gekauft hatten. Grmpf.

Schlussendlich kamen wir aber doch an. Das primäre Ziel für die beiden Mädels auf der Südinsel waren Wale und Delfine. Daher fragten wir gleich in Pcton nach, ob es dort Möglichkeiten gäbe. Diese gab es grundsätzlich schon, nur sollte das Wetter die nächsten Tage nicht so berauschend sein. Also weiter Richtung Kaikoura, um es dort zu versuchen. Das Nachtlager wurde in der White's Bay aufgeschlagen – eine wunderschöne Bucht, die eigentlich zum längeren Verweilen eingeladen hätte.


Regenbogen überm Rarangi Beach gleich neben der White's Bay

Aber wir hatten ja andere Ziele. In Kaikura waren alle Delfintouren leider ausgebucht, aber für das Whale Watching waren noch Plätze frei. Also besorgte sich Katja eine Karte für den nächsten morgen, wo wir sie dann auch beim Parkplatz ablieferten, alle ihre technischen Geräte im Auto ließen (damit die nicht ins Wasser fallen) und uns für den Vormittag verabschiedeten, um die Kaikoura Peninsula zu besichtigen.

Die Kaikoura Peninsula ist wirklich traumhaft schön, aber leider sehr windig, weswegen wir unsere Wanderung mit Henri etwas früher beendeten. Außerdem wollten wir uns noch mit unserer Freundin Sandra treffen, die kurzzeitig Annes/Henris Hebamme war und nun versucht, in NZ Fuß zu fassen. Wir hatten einen sehr schönen Nachmittag in einem leckeren Eis-/Kuchenladen. Dann mussten wir schon wieder Katja abholen. Also flugs zum Parkplatz vom Whale Watching-Hauptgebäude, wo wir uns mit Katja verabredet hatten. Keine Katja zu sehen. Rein ins Gebäude – keine Katja zu sehen. Also am Schalter nachgefragt, wo folgender Dialog entstand (frei übersetzt):


Ich: Wann wird denn die Tour von heute morgen zurückerwartet?
Frau vom Schalter: Es gab keine.
Ich: Das ist aber komisch, denn ich habe heute morgen meine Schwägerin hier für eben diese abgeliefert.
Frau: Ja, da war auch ein einzelnes Mädel. Die hatte ja nichts bei sich – kein Handy oder Laptop. Daher hat sie bei uns kurz den PC benutzt, um Ihnen bei facebook eine Nachricht zu schreiben. Sie wollte in die Stadt gehen.

Was folgte, war eine kleine Odyssee durch Kaikoura, in der Anne jeden Shop und jede Bar abklapperte und ich Katja am Strand suchte. Nach ca. 1,5 Stunden kamen wir zurück zum Schalter.

Ich: Ist meine Schwägerin zufällig aufgetaucht?
Frau: Nee, leider nicht.
Ich: Kann ich nochmal kurz ihr Internet benutzen, um zu prüfen, ob sie vielleicht doch noch irgendwo uns eine Nachricht hinterlassen hat?

Und bei facebook stand auf einmal: „Ich warte drinnen.“ - Häh???!!! Tja, Katja saß die ganze Zeit einfach einmal um die Ecke vom Schalter, hatte uns nicht gesehen und wir sie auch nicht. So kann man auch die Zeit in Kaikoura totschlagen.

Seehund allein

Seehund mit Kind

Seehund mit Parkplatz (...?!)
Kaikoura Peninsula

Wieder nix mit diesen Meeressäugern. Letzte Chance war Akaroa auf der Banks Peninsula bei Christchurch. Dieses Ziel hatten wir sowieso, weil die Halbinsel sehr schön sein soll, Christchurch ohnehin Katjas Endstation war und außerdem unsere gute alte Freundin Maggie in Akaroa inzwischen lebt und arbeitet.

Auf dem Weg dorthin gab es wieder eine ganze Menge an Seehunden zu sehen. Und die Banks Peninsula selbst ist auch ein absoluter Hingucker! Ein wirklich sehr schöner Flecken Land. Der einzige Wermutstropfen sind die ganze französischen Straßennamen und Bezeichnungen, die auf ein kurzes koloniales Intermezzo unserer Nachbarn dort zurückgehen. Can't trust the French! ;-)

Und endlich klappte es auch mit der Delfintour. Zwei sexy Neoprenbadenixen bestiegen bei bestem Schmuddelwetter das Boot, um holprig über Wellen hinweg hinauszuschippern. Der Erfolg war dann so semioptimal: Delfine gesichtet – check. Pinguine gesichtet – check. Mit Delfinen im Wasser geschwommen – naja... es war einer da, aber der war dann auch schnell wieder weg. Dafür erwies sich das wasserdichte Gehäuse unserer Videokamera als wasserUNdichtes Gehäuse, womit für diese leider der Urlaub (und vielleicht auch das Leben) beendet ist. Grmpf!

Dafür war das Wiedersehen mit Maggie umso schöner und wurde mit einem gemeinsamen Abendessen inklusive Übernachtung bei ihr gekrönt. Wir hoffen, wir sehen uns bald wieder.

Am nächsten Tag gab es den nächsten Abschied, weil unser Kindermädchen „Latisha“ wieder heimflog. Ab jetzt mussten wir uns wieder selbst um das Kind kümmern. Dafür war wieder mehr Platz im Van. :-)

Gruppenfoto auf der Banks Peninsula

Für uns ging die Reise weiter Richtung Süden. Am Lake Ellesmere hatten wir viel Ruhe, dafür aber auch riesige Insektenschwärme. Bei Oamaru trafen uns die Ausläufer von einem Zyklon, der den Van böse zum Wackeln brachte und mir als Fahrer die Schweißperlen auf die Stirn jagte. Dafür fanden wir am nächsten Morgen viele schöne Paua-Muscheln am Strand. Auf der Otago Peninsula konnten wir die Königsalbatrosse bestaunen. Die sehen ein bisschen aus, wie überdimensionierte Möwen, machen aber nicht so viel Lärm.

Sonnenaufgang am Lake Ellesmere

Moueraki Boulders

Eastcoast zwischen Oamaru und Dunedin

Leuchtturm auf der Otago Peninsula

Dann kamen wir an die südliche Spitze Neuseelands, die Catlins. Hier meinte es das Wetter nicht so ganz gut mit uns, weil wir viel Regen hatten. Aber trotzdem sind die rauhe Küste, die feuchtgrünen Farnwälder und die vielen Wasserfälle den Besuch absolut wert.

Henri und Basti in der Purakaunui Bay

Schöne Aussicht beim Schlafplatz

Seelöwen-Mama mit Seelöwen-Baby

Purakaunui Falls

Trotzdem hatten wir wieder Lust auf Inland bzw. auf Berge (also zumindest ich) und so ging es Richtung Queenstown. Diese Stadt hatten wir damals ziemlich links liegen lassen, weil es uns irgendwie alles zu hektisch/touristisch war. Daran hat sich nichts geändert, aber dieses Mal waren wir ja darauf eingestellt. Und eigentlich ist Queenstown einen Besuch absolut wert. Der von Bergen eingerahmte Lake Wakatipu ist megaschön, nachts hat man fantastische Sternenhimmel und in Queenstown gibt es ja auch das eine oder andere zu tun. Wir nahmen mit Gondel- und Dampferfahrt die eher babyfreundlichen Angebote war und verzichteten auf Bungeejumping o.ä. (nicht für Geld und gute Worte!).

Lake Wakatipu

Henri lernt fliegen

Und nun sind wir in Arrowtown, was bei Queenstown liegt, und bereiten unseren Trip Richtung Lake Wanaka, Mount Cook und Lake Tekapo vor. Dann gibt’s hoffentlich etwas schneller wieder einen Blogbeitrag. Bleibt gespannt.

Eure Kiwis.

Kommentare:

  1. sooo schöne bilder! ihr scheint eine traumhafte zeit in neuseeland zu haben.
    dicke knutscher,
    kati

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  2. Wanaka - woohoo! Ich hoff, das Wetter ist mit Euch, ihr könnt ja auf'm Weg ein Wiederholungs-Bild von Eurem großen Wohnzimmer-Print des Hawea machen ;-) Have fun guys, stay safe! (I stay jealous.... :-P )

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  3. Sehr schöner Bericht und noch schönere Bilder. Opa Tom

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  4. Liebe Weltreisende, sehr sehr schöner Blogeintrag mit wunderschönen Fotos. Macht bald weiter so. Aber mehr Fotos von Henri. Lasst nicht nur die Japaner den Zwerg knipsen. Ich will auch Bilder! Skypen allein reicht nicht. Mama/Omi

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  5. Hallo meine Lieben,
    ich bin mittlerweile eine Woche zurück in Berlin und kann den Urlaub mit euch revue passieren lassen (kleiner Französischunterricht für Basti inklusive) bzw. mich auf den neusten Stand bringen. Das Bild der Purakaunui Falls ist ja der Hammer! Warum habt ihr mir nicht so was gezeigt ;-) Gestern bei Peggys Geburtstagsfeier waren viele Kiwi-Freunde (halbe Auswanderer und Urlauber) und wir konnten unsere schönsten Neuseelanderlebnissen abendfüllend austauschen.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen und frühlingshaften Berlin :-*

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  6. hallo, ihr drei weltenbummler, euer bericht ist wunderschön, man kann sich so richtig erfreuen daran, wunderbar geschrieben. kati hat inzwischen schon vor ort erzählt und war voller begeisterung. nach so einer schönen zeit muß sie nun wieder auf den boden der tatsachen zurück.. aber die erlebnisse sind nachhaltig und dann bekommt man den alltag auch wieder in den griff. seid lieb umarmt, küßchen für euch alle und ganz liebe grüße aus dem sonnigen berlin !!! eo

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