Freitag, 27. März 2015

Deine Welt sind die Ber-hergeee!

Boah Kinders, da liegen ja aufregende Tage hinter uns. Wir hatten euch das letzte Mal aus Arrowtown geschrieben, einem kleinen ehemaligen Goldgräberstädtchen unweit von Queenstown. Unseren dortigen Ruhetag sowie die Tatsache, dass wir mal wieder so ein Internet gefunden hatten, brachte Anne gleich auf eine neue Idee: Lass uns doch hier mal geocachen. „Wat'n ditte?!“ werdet ihr euch fragen.

Nun, Geocaching ist sowas wie moderne Schnitzeljagd mit GPS und Handy. Man bekommt eine Koordinate, an der ein Logbuch versteckt ist, findet dies und kann sich dann dort ins Logbuch eintragen. Und damit das ganze auch noch digital sichtbar wird, kann man seinen Fund auch im Internet vermerken. Ist eine ganz witzige Sache, weil man dadurch animiert wird, raus zu gehen und Orte mit anderen Augen zu erkunden.

Und in NZ jibbet tonnenweise Caches. Gleich in Arrowtown haben wir davon drei Stück gefunden und als schönen Nebeneffekt haben wir dadurch den Ort erkundet, der wirklich sehr schön ist mit seinen alten Gebäuden, die man sich auch in einer alten Western-Stadt vorstellt. Noch dazu gab es viele Geschäfte, die besonders Anne zu juchzen brachten (Stoff- und Süßigkeitenladen).

Goldgräber-Städtchen Arrowtown

Anne beim Geocachen

Weiter ging es zu den großen Gletscherseen. Hier hofften wir auf gutes Wetter, weil man dann bei Windstille auf der spiegelglatten Oberfläche unglaublich grandiose Fotos zustande bekommt. Aber leider hatten wir am Lake Dunstan und Wanaka damit Pech, denn vielmehr sorgte der kräftige Wind dafür, dass ein Wellengang wie am Meer herrschte. Also bezogen wir am Lake Wanaka unser Lager und hofften auf blauen Himmel am Folgetag.


Erkennt ihr den River Anduin aus Herr der Ringe?

Lake Wanaka

Abendessen

Daraus wurde leider auch nix. Naja, man kann nicht immer Glück haben. Wir vertrieben uns die Zeit damit, weitere Caches zu suchen, eine Anhalterin aus Deutschland mitzunehmen und eine beschwerliche Wanderung zum Diamond Lake zu unternehmen. Dafür wurden wir dort mit einem tollen Ausblick und (unfreiwilliger) Unterhaltung belohnt, denn einem anderen Wanderer fiel beim Lookout doch tatsächlich sein Smartphone den Abhang hinunter. Aber tatsächlich konnte er es 50 Meter weiter unten im tiefsten Busch wiederfinden und es hatte „nur“ ein kaputtes Display. Henri hatte derweil mal wieder mehrere Mädels zum Schmachten gebracht, die ebenfalls am Lookout Rast gemacht hatten. Der Junge wird mal zum großen Herzensbrecher! Bis dahin sollten wir ihn an Singlemänner vermieten, denn mit ihm im Arm wird man garantiert von den Mädels angequatscht. :-)

Lake Diamond von oben

Basti will es wissen - Kann Henri fliegen?

Wir wollten dem Wetter (und unserem Spiegeleffektfoto) noch eine Chance geben und übernachteten bei unserem „guten, alten“ Lake Hawea, der uns schon damals in seinen Bann gezogen hatte. Am nächsten Morgen war es immer noch bewölkt, was Basti aber nicht davon abhielt, sich im See bei einem Bad frisch zu machen. Buah, kalt! Bei soviel Einsatz zeigte auch der Wettergott Gnade und schob die Wolken beiseite. Für einen perfekten Spiegeleffekt reichte es zwar nicht, aber trotzdem bescherte uns der Lake Hawea mal wieder ein Panorama wie von Bob Ross gemalt („...and here I add a little happy mountain – just for the fun of it.“). Anne möchte die Scheidung einreichen und den See heiraten.

Lake Hawea....schmacht!

Ausgebüchste Kuh

Die nächste Station war dann wieder absolutes Neuland für uns: Der Mount Cook. Um den größten Berg Neuseelands (sowie einem der größten Berge Ozeaniens/Polynesiens/Australiens – je nachdem, wie man die kontinentale Einteilung hier vornimmt) hatten wir bisher irgendwie immer einen Bogen gemacht. Auf dem Weg dorthin übernachten wir an einem Stausee in den Bergen, an dem Basti eine (halbe) Herausforderung von Katja endlich erfüllte und nackig baden ging – allerdings am helllichten Tag, mit Leuten in der Nähe und bei sehr kalten Temperaturen (er ging als Mann und kam als Junge wieder :-D ). Also: challenge accepted and won. ;-) Auch Anne traute sich (angezogen) ins Wasser, beließ es aufgrund der Wassertemperatur aber bei einem kurzen Taucher.

Lake Ruataniwha am Tage

Nachthimmel über Lake Ruataniwha

Lake Ruataniwha im Morgennebel

Und dann waren wir endlich am Mount Cook, ein wirklich majestätischer Berg: Schneebedeckt ragt er, links und rechts von kleineren Bergen flankiert, aus der flachen Ebene hervor und zu seinen Füßen ein blauer großer Gebirgssee, in dem sich ein Antlitz spiegelt. Und für uns zwei dekadente Hauptstädter gab es natürlich nur eine standesgemäße Art, um diesen Berg zu erkunden – aus der Luft! Als vorfristiges Geburtstagsgeschenk für Basti machten wir einen Helikopterflug, bei dem man den Berg, den Tasman Glacier (der größte Gletscher Neuseelands) sowie das umliegende Gebirge erkunden konnte. Zur Krönung gab es noch eine Schneelandung auf 2000 Metern Höhe.

Mount Cook

Mount Cook und Lake Tasman

Wir müssen zugeben, dass wir beim Flug nicht ganz so cool waren, denn so ein Helikopter wackelt ganz schön und ist dem Wind ziemlich ausgeliefert. Nur Henri nahm es super gelassen und machte erst mal ein kleines Nickerchen. Stahlharte Nerven, der Junge!

Henri ist ganz relaxed

Spaziergang in 2000 Metern Höhe

Auch sonst erweist sich Henri als sehr reisekompatibel. Beim Autofahren schläft er ruck-zuck ein oder erfreut sich am Anblick von Mama oder Papa oder seinem Spielzeug; er isst alles ohne zu Murren (selbst, wenn schon Stückchen drin sind) und beißt auch schon von der Banane ab; er lächelt einfach jeden fremden Menschen an; er findet das Auto total aufregend und findet praktisch im Sekundentakt einen neuen Gegenstand zum Spielen (Autoschlüssel, Wäscheklammern, Taschentücher, Schnüre, Besteck... nichts ist vor ihm sicher). Und bisher war er auch ein relativ guter Schläfer. Das hat sich aber leider etwas verschlechtert, seit die ersten Zähne durchstoßen.

Trekker fahren!

Nach Mt. Cook ging es zu einer weiteren Neuseeland-Touristenattraktion – dem Lake Tekapo. Wir müssen gestehen, dass wir den Hype nicht ganz so nachvollziehen können. Es ist ein schöner See (aber auch nicht schöner als die anderen – siehe oben) und die viel fotografierte Kirche davor ist zwar sehr ansehnlich, aber nun auch nicht DAS Monument. Vielleicht liegt es an dem Fakt, dass man am Lake Tekapo angeblich den besten Sternenhimmel in ganz Neuseeland sehen soll. Kann sein, können wir aber nix zu sagen, weil es bei uns bewölkt war.

Wenigstens der Sonnenaufgang am Lake Tekapo war toll.

Church of the Good Shepherd

Egal, weiter ging es zunächst wieder Richtung Osten und dann steil hoch nach Nordwesten über die Southern Alps rüber am Arthur's Pass bis zum Lake Brunner (die Strecke sind wir damals zusammen mit Judith und Nicole mit dem Zug gefahren), wo wir dann auf einmal wieder tolles Sommerwetter vorfanden. Das Wetter in diesem Land ist halt ein Mysterium für sich. Leider ist der Westen der Berge auch die Heimat von Neuseelands Raubvogel Nummer eins: Der Sandfly! Und diese Biester trieben uns am ansonsten wunderbar schönen Lake Brunner schier in den Wahnsinn, weswegen wir dort leider nicht länger verweilen konnten.

Arthur's Pass

Lake Brunner

Nun haben wir Zwischenstation in Murchison am Buller River gemacht und uns bei herrlichem Sonnenschein ein Bad im Fluss genehmigt. Morgen geht es weiter Richtung Norden zum Farewell Spit.

Bis dahin
eure Kiwis.

Kommentare:

  1. Heya, you made it!! Na jut, am Tekapo wart ihr am falschen Tag, wie's scheint... Bei fett Sonne leuchtet er wie blöde in türkis (sehr spacy...) - rock on, dudes! ;-)

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    1. Hi Steph,
      den Effekt mit dem türkis schimmernden Wasser hatten wir beim Lake Ruataniwha ein bisschen.
      Nee, der Lake Tekapo ist ja auch schon einen Besuch wert - es ist ja auch einfach generell eine sehr schöne Landschaft dort. Es ist nur witzig, dass die Kirche immer so als eines DER NZ-Highlights angepriesen wird. Und dann muss man sich mit den Asiaten um einen guten Fotoplatz kloppen. :-)

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  2. tolle bilder! und ein bisschen spiegeleffekt gabs ja doch noch :-) und henri hat anscheinend die reisegene seiner eltern geerbt.
    dicke knutscher in die ferne von kandrix

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    1. Er hat zumindest von Anne die Fähigkeit geerbt, im Auto oder Flugzeug gut schlafen zu können. Basti Stärke ist das nicht.

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  3. Hallo, Kiwis. So tolle Fotos von euch (hauptsächlich von Henri, aber ihr seid ja auch ganz nett!). Ihr seid schon zu beneiden um diesen wundervollen Urlaub. Genießt es richtig - der Alltag kommt früh genug. Es grüßt und drückt euch eure Mama-Omi Andrea

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    1. Immer auf das Schlimme! Alltag stinkt!
      Ja, wir haben schon überlegt, ob wir uns überhaupt die Mühe machen müssen - im Endeffekt wollt ihr ja alle eh nur Henri sehen.
      ;-)

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  4. So eine Unterstellung;-) Wir wollen Euch alle drei wieder sehen!!! Geburtstag feiern ohne Euch ist halt nur halb so schön. Aber wir freuen uns riesig, dass bei Euch alles so gut klappt und dass Euer Goldkind so viel Freude und so weinig Probleme macht. Einen schönen Geburtstag, Papa Basti, und viele liebe Grüße und Küsse von der anderen Mama-Oma

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  5. Die Bilder sehen traumhaft aus und langsam schäme ich mich für meine Kamera... Mittlerweile habt ihr ja gefühlt alle Höhepunkte des Landes gesehen - und trotzdem findet ihr noch neue.
    Ach, und ich will Beweisfotos von Bastis Heldentat sehen ;-)
    Bei uns gab es heute Hagel, Schnee und Sonne! Ein deutsches Wettermysterium

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    1. Basti selbst hatte keine Kamera dabei und Anne musste sich um Henri kümmern. Außerdem sind auf deinen Beweisfotos ja auch nur schemenhafte Umrisse zu erkennen. ;-)

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  6. schön,mal wieder was von Euch zu sehen..und zu hören.
    Wir hoffen, die Geburtstagsgrüße für Basti sind per WhatsApp angekommen!? Die Fotos sind alle toll!!!
    Euch weiterhin viel erlebnisreiche Tage. Wir kommen Euch ein Stück entgegen und wollen jetzt auch mal für 14 Tage ein bisschen Sonne in unserer Suite in Abu Dhabi geniessen…
    Seit lieb gedrückt-vor allem klein Henri von
    Opapi Jon und Susanna !!!

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