Donnerstag, 5. März 2015

Welcome to Enzed

Nanu, was ist da denn los. Letztens haben wir hier noch groß das Comeback von Moppelkopf beworben und nun kein einziges Lebenzeichen aus "Enzed"? Ihr habt ja Recht. Eine vorübergehende Schreibblockade überkam den Autoren dieser Zeilen, weswegen ihr so lange auf unseren ersten richtigen Reisebericht warten musstet.

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Seit unser Rückkehr nach Neuseeland haben wir fast 1900 Kilometer Strecke zurückgelegt. Dabei haben wir die Nordinsel erkundet und viele schöne Erlebnisse gehabt. Wir mussten aber auch feststellen, dass das Reisen mit einem Baby andere Herausforderungen mit sich bringt, als wir das gewohnt waren. Und wenn dazu noch drei erwachsene Dickköpfe kommen, dann können die fünf Quadratmeter Auto schon mal etwas eng werden.

Zunächst einmal gab es glech doppelte Wiedersehensfreue: Einerseits mit diesem wunderschönen Land und andererseits mit Annes Schwester Katja, die für drei Wochen mit uns reist als Nanny für Henri (wir nennen sie daher ab jetzt Latisha und sie muss auf alles mit "Ja, Massa!" antworten). Danach wurde unser Heim und Gefährt für die nächste Zeit abgeholt: Ein umgebauter VW T5. Auf den ersten Blick konnte man nur schwer glauben, dass unser ganzes Zeug darin Platz finden kann, aber inzwischen wurde alles mit eisernem Willen von Anne verstaut. Trotzdem suchen wir ständig irgendwelche Sachen. :-)
 
Tante Katja bringt Henri vegetarisches Essen näher

Unser neues Heim



Die erste Nacht "draußen" verbrachten wir quasi als Hommage an unseren ersten NZ-Trip an der gleichen Stelle wie damals: Im Shakespear Regional Park. Hier konnten wir in Ruhe das Auto einräumen, in den Pazifik planschen gehen und die ersten Wanderversuche mit Henri im Tragegurt unternehmen. Das Ergebnis war nur zum Teil erfolgreich, weil der Kleine sich dabei gleich mal eine Rotznase holte und uns damit die nächsten Tage (und vor allem Nächte) auf Trab halten sollte.
Shakespear Regional Park
Jede Menge Viecher... und ein paar Schafe

Weiter ging es über Whangarei und die dortigen Wasserfälle Richtung Bay Of Islands, die wir 2010 leider nur im Regen kennengelernt hatten. Dort gab es eine kleine Eltern-Premiere, denn wir überließen Henri erstmals komplett einer "fremden" Person. "Latisha"-Katja machte ihre Sache aber total prima und der Kleine strahlte wie ein Sonnenschein bei unserer Rückkehr. In der Zwischenzeit machten wir zu zweit eine Bootstour durch die Bay um die Landschaft und Delfine zu sehen. Ersteres gab es zuhauf, letzteres leider nur sehr kurz. Aber auch so war es eine schöne Tour.
 
Familienfoto in der Bay Of Islands
Delfine
Wir am "Hole In The Rock"
Eine Bucht mit vielen Inseln - hier wird nicht zuviel versprochen.

Das Wetter präsentiert sich typisch neuseeländisch-sommerlich – viel Sonne, aber auch immer wieder mal Regen. In der Bay hatten wir davon leider etwas mehr. Dafür war dann auf unserem Weg hoch zum Cape Reinga bestes Wetter inkl. klarem Sternenhimmel in der Nacht. Auch das Cape hatte sich 2010 bei ziemlich miesem Wetter präsentiert. Dieses Mal gab es dagegen blauen Himmel satt. Auch "Latisha", die sonst eigentlich nicht reden darf, verstieg sich hier erstmals zu der Aussage "Ja, doch sieht ja landschaftlich doch schon schön aus." - braves Mädchen.
 
Cape Reinga - im Hintergrund paaren sich grad Pazifik und Tasman Sea
Janz schön weiter Strand hier...

Nachdem wir zur Nordspitze hin an der Pazifikküste entlang fuhren, ging es zurück nach Auckland an der Küste der Tasmanischen See, damit wir auch mal romantische Sonnenuntergänge erleben und die majestätischen Kauri-Bäume bertrachten konnten.
Ein Zwerg und ein Riese
Ich habe den Baum lieb

In Auckland reduzierte sich unsere Reisegruppe kurzzeitig wieder auf 2,5 Personen, weil Katja mit dem Bus nach Rotorua weiterfuhr (ihre Reiseberichte sind hier unten rechts verlinkt; sie schreibt auch wesentlich fleißiger – alte Streberin!). Wir nutzten die Zeit, um unseren alten Kumpel Matt zu besuchen. Das Wiedersehen war sehr schön und wir haben schon wieder was Neues gelernt – einen Schwangerschaftstest bei einer Kuh. Anne durfte sogar mal gucken. Wir freuen uns schon auf Mitte April, wenn wir ein bisschen länger bei dem "Bub" bleiben können.
In Taupo kam es zur Wiedervereinigung der Reisegruppe (Henri musste schließlich mal wieder gewindelt werden *g*), um ein sportliches Highlight unserer Reise zu absolvieren: Das Tongariro Crossing! 19,4 Kilometer durch Moor, Geröll, Asche, den Berg hoch, den Berg runter, den Berg hoch... und das Ganze ca. acht Stunden lang. Da Anne schon bei dem Gedanken daran mit den Scheidungspapieren wedelte, musste halt Katja dran glauben. So ein Sherpa, der die Ausrüstung für einen schleppt, ist ja auch nicht schlecht. Und weil wir beide beim Kraxeln soviel Spaß hatten, ergänzten wir die Tour noch um eine Besteigung des Mount Tangariro (immerhin 1978 Meter hoch). Am Ende lautete unsere Bilanz: 22,4 Kilometer in sieben Stunden. Die genaue Anzahl an überwundenen Höhenmetern reiche ich für unsere Statistikfreunde gerne noch nach.
"Mount Doom" - da musste Frodo hin
Auf der Spitze des Mt. Tongariro
Zwei Wandersleut
Morgens um zehn in Mordor

Momentan befinden wir uns im Hafen von Wellington und warten auf unsere Überfahrt auf die Südinsel, die morgen früh stattfindet. Dort wollen Anne und Katja Wale und Delfine beobachten gehen. Wir dürfen gespannt sein.

Nachtrag: So, liebe Statistiker und Wanderfreunde. Ich will euch natürlich nicht die genauen Details unserer Wandertour vorenthalten: Wir starteten bei 1100 Höhenmetern, arbeiteten uns dann bis zum Red Crater auf 1886 m empor, machten dann noch den kleinen Exkurs zum Mount Tongariro auf 1967 m, kehrten von dort wieder zum Red Crater zurück, um dann schlussendlich bis auf 800 Höhenmeter wieder hinabzusteigen. Wer's noch genauer mag, findet hier bzw. hier genaue Karten zur Wanderung.

Kommentare:

  1. ihr habt ja schon echt viel gesehen. sehr schöne bilder und berichte. mein neid ist euch sicher (abgesehen von der frodo-tour - hab ihr bei der dokumentation nicht aufgepasst, dass der weg viel zu gefährlich ist?)

    liebe grüße sendet der felix auch an seinen bro henri!

    knutscher,
    die kati

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  2. Endlich wieder Meldung von euch aus Enzed-Nord. Jetzt müsstet ihr ja schon auf der Südhälfte sein? Oder wann fahrt ihr von Wellington los? Schön, dass es euch gut geht. Sind Henris Zähnchen schon durch? Weint er deeshalb viel? Er sieht schon so groß auf den Fotos aus (und ihr sehr zufrieden und erholt!). Mama

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  3. Hut ab vor soviel Elan. Passt ja auf Opas Liebling auf. Tom

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  4. Supi!! Immer schön, wieder von Euch zu lesen! Und das 'Baum-Bua-Bild' ist (latürnich) mein Liebling ;-) Ihr habt echt Glück, dass Ihr so eine treue Tante/Schwester/Schwägerin dabei habt.
    Rock on, dudes!

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    1. Na ist ja toll,dass es Euch gut geht, wir wünschen Euch, dass es auch so bleibt.Liebe Grüsse, von allen D®aheimgebliebenen.
      und Opa Jon

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  5. Hallo , ihr Weltenbummler,
    schön von euch und euren Abenteuern zu lesen ; ))
    Weiterhin aufregende Erlebnisse und eine schöne Reise für euch,
    eure Miri

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  6. Hallo Ihr Lieben in " Down Under" - freue mich riesig über Eure Reiseberichte mit den tollen Bildern.
    Besonders Henri ist sehr fotogen und schon sooo groß.
    Viele liebe Grüße und noch eine schöne Zeit wünscht Euch Vieren Gabi

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  7. hallo, ihr lieben drei weltenbummler, immer wieder schön, von euren erlebnissen und großartigen eindrücken zu lesen. wünsche euch weiterhin eine schöne zeit mit viel freude . besonders liebe küßchen an henri, e.o.

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  8. ….Wo bleiben die nächsten Berichte??? - Was macht Henri -ohne Nanny?
    Opa Jon

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  9. Schön, wieder etwas von Euch zu lesen.Ich hoffe es geht Euch auch ohne Latisha gut und Henri verkraftet es auch, ohne Nanny.
    Mach Euch ,bei hoffentlich schönerem Wetter noch schöne Tage.
    Alles Gute und Viel neue Eindrücke für Eich Drei wünscht Gabi.

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