Donnerstag, 29. Juni 2017

Heimfahrt

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei - jawoll mein Schatz, es ist vorbei!
Ganz vorbei ist es für uns noch nicht, aber wir sind auf dem Rückweg und seit einigen Tagen bereits wieder auf deutschen Boden. Denn auch wenn wir hierzulande endlich wieder kostenlos die Autobahn nutzen können (und dies in den letzten Tagen ausgiebig getan haben), können wir meist nicht mehr als 200 km am Tag schaffen, bevor die Kinder quaken. So benötigt die Tour nach Berlin eine gewisse Zeit, zumal wir noch ein paar Freunden einen Besuch abstatten möchten.

Vor der Einreise nach Germanien haben wir uns noch ein paar kleine Schmankerl im Ausland gegönnt. Da gab es zunächst in Disentis eine tolle Seilbahn, die wir dank unserer Übernachtung auf dem Campingplatz kostenlos nutzen durften (ein Preisvorteil von immerhin 22 CHF pro Nase!). Die Seilbahn führte uns hoch auf 1.860 Meter. Von dort oben hatten wir ein super Alpenpanorama und für Henri gab es sogar einen Spielplatz. Dafür hatte sich die Hetzerei vorher echt gelohnt, denn wir kamen nur mit Ach und Krach pünktlich zur Abfahrt der Gondel an. Versucht mal mit zwei Kleinkindern eine Treppe hochzurennen - da kommt ihr echt aus der Puste!

Das Alpenpanorama bei Disentis


Wahrscheinlich der schönste Schaukelplatz der Welt

Nach diesem Zwischenstopp führte unsere Fahrt weiter entlang des Vorderrheins bis zur Ostgrenze der Schweiz und einem weiteren kleinen Ländchen: Dem Fürstentum Liechtenstein. Bereits der Grenzübergang war ein Erlebnis, da dieser durch eine Art Kastell mit extrem schmalen Toren führt. Das Wohnmobil passte grad so durch. Außerdem befindet sich direkt nebenan ein Schießplatz der Schweizer Armee (wahrscheinlich der berittenen Gebirgsmarine), auf dem just im Moment unserer Vorbeifahrt mit Maschinengewehren und Mörsern Schießübungen stattfanden. Das hatte ordentlich geknallt und uns heftig zusammenzucken lassen. Schüsse beim Grenzübertritt hatten wir doch bereits zu Ostzeiten und fanden das damals schon blöd!

Passen wa da durch? - Wat nicht passt, wird passend jemacht!

Liechtenstein ist relativ übersichtlich. Von der Größe her vergleichbar mit Potsdam. Allerdings mit weniger Einwohnern und sehr viel mehr Bergen. Alles sieht ziemlich niedlich nach Alm aus - so wie eben in der Schweiz. Sowieso sind die Schweizer und Liechtensteiner eng miteinander verbandelt. Bezahlt wird z.B. auch mit Schweizer Franken und es ist genauso teuer (also nüscht mit günstig tanken wegen Steueroase). Die Hauptstadt von Liechtenstein ist übrigens Vaduz. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen unter anderem die alte Rheinbrücke und (natürlich :-D ) das Nationalstadion der Fußballnationalmannschaft. Beide liegen glücklicherweise nebeneinander. In der Stadt gibt es aber auch ein paar nette Kirchen und Häuser. Es gibt sogar ein Schloss (logisch, ist ja eine Monarchie), aber dafür fehlte uns leider die Zeit. Aber beim Regierungssitz kamen wir dafür vorbei. Ist doch besser, als so'n oller Fürst. 

Fürst Henri


Sitz der Regierung von Liechtenstein 


Die alte Rheinbrücke mitsamt Rhein (logisch) und Alvier-Bergkette im Hintergrund


Fürstin Klara


Rheinparkstadion

Von Liechtenstein aus ist es dann nicht mehr weit bis in die Heimat. Einmal kurz durch den Nordwestzipfel von Österreich (noch ein Länderpunkt) und schon ist man im bayerischen Lindau am Bodensee. Da war aber der Campingplatz voll, also fuhren ein paar Minuten weiter und waren schon in Baden-Württemberg. Schon komisch: Da flüchten wir vor den Schwaben am Mittelmeer, nur um dann vor ihrer Haustür zu halten. Aber zumindest die Gegend ist ja nicht zu verachten. Z.B. die Schwäbische Alb, an deren Nordrand wir an einem sehr schönen Stausee campierten. Ebenfalls nicht zu verachten ist der Odenwald. Hier gibt es sehr viele schöne Dinge zu erkunden, aber der straffe Reiseplan ließ "nur" einen Besuch beim Felsenmeer zu. Dieses ist eine riesige Ansammlung von großen Felsen, die so aussehen, als wären sie von einem Riesen mit dem Eimer an einem Berghang ausgekippt worden. Eine tolle Sache zum Klettern. Leider ist Henri noch etwas zu ungeschickt, sodass wir ständig hinterherklettern mussten. Uff, da kamen wir ordentlich ins Schwitzen. Zurück auf der Autobahn ging es weiter bis Wetzlar. Vom dortigen Stellplatz hätten wir leicht die sehr schöne Altstadt besichtigen können, aber unser Stadtbummel reichte nur bis zum nächsten Biergarten mit angeschlossenem Spielplatz. Dafür hatten wir abends direkt vor unserem Wohnmobil lauter Glühwürmchen, die herumschwirrten. Das sah toll aus.

Das Felsenmeer

Die wackeren Kletterer
  
Schließlich erreichten wir Nordrhein-Westfalen. Dort im Sauerland lebt in dem kleinen Örtchen Balve Steph, unsere Freundin aus Neuseeland-Zeiten. Im Haus von ihr und ihrer Familie wurden wir sehr herzlich aufgenommen und bewirtet. Obendrein konnten wir mal wieder in einem richtigen Bett und vier Wänden schlafen. Schööön. Da die gute Steph vom Beruf Försterin ist und sowieso die ganze Familie sehr naturnah lebt, gab es auch ein paar Tiere zu bestaunen. Z.B. einen Siebenschläfer oder eine Forellenzucht. Und das Haus war ein bisschen wie ein verrücktes Labyrinth aufgebaut. Vielen Dank für die schöne Zeit. Wir kommen gerne wieder. 



Der Versuch eines Gruppenfotos - die Kinder zeigten kein Interesse :-)

Und so erreichten wir schließlich wieder den Osten und sind jetzt wieder in Jena bei Miri, die uns erneut in ihrem Haus Asyl gestattet hat. Vielen lieben Dank für Speis, Trank und Bett.
Jetzt ist es wirklich nicht mehr weit. Berlin ist auf der Autobahn sogar schon ausgeschildert. Es kommt ein bisschen Wehmut auf. Aber das Resümee und die letzten Worte kommen erst beim nächsten Blogeintrag - noch sind wir ja unterwegs.

Bis dahin
die Rasselbande.

Kommentare:

  1. supersüße fürst und fürstin :-)
    und sonst auch mal wieder ein schöner bericht mit tollen fotos.
    ein paar tage habt ihr ja noch für eure abenteuerreise. wir freuen uns aber trotzdem schon, euch bald wieder in der heimat begrüßen zu dürfen.
    liebe grüße, kati, andré und felix

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  2. Da haben ja v.a. Fürst Henri und Fürstin Klara ordentlich neue Länderpunkte gesammelt!

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