Donnerstag, 13. Juli 2017

Fertsch

Le fin, el final, alla fine, das Ende. Nennt es, wie ihr wollt. Wir sind wieder zuhause. Etwas früher als geplant, haben wir die Heimat erreicht. Nach einem sehr schönen Besuch in Dresden bei Henris Ex-Kindergarten-Freundin Lale (sowie ihrer Mama Mandy und Schwester Frieda) wollten wir ja eigentlich noch in der sächsischen Schweiz oder dem Spreewald die Tour abschließen. Aber dann machte uns der blöde Regen einen Strich durch die Rechnung. Und so entschieden wir uns für einen letzten Ritt back home. Denn mal ehrlich: Wenn man bei Regen drinnen hocken muss, kann man das auch zuhause machen – schließlich hat man hier mehr Platz als im Wohnmobil. Einmal die A13 hoch und ca. zwei Stunden später waren wir wieder in Berlin.

Die letzten Tage standen ganz im Zeichen des Ein-, Aus- und Aufräumens. Seitdem laufen hier viele Dinge fast pausenlos: Die Waschmaschine (für die ganze mitgeschleppte Dreckwäsche), wir (zwischen dem Wohnmobil und unserer Wohnung hin und her) oder Henri (der kann endlich wieder mit seinen Freunden spielen). Und langsam kommen wir wieder ein bisschen im Alltag an. Henri geht wieder in den Kindergarten, was uns tagsüber ein bisschen Luft verschafft, allerdings auch wieder für pünktliches Aufstehen sorgt. Klara hat viel mehr zu entdecken und möchte am liebsten jeden Gegenstand in der Wohnung mit ihren kleinen Händchen anfassen (bzw. herunterschmeißen). Nachmittags treffen wir uns wieder mit der ganzen Nachbarschaft auf dem Hof. Eigentlich alles wie immer, außer dass wir noch nicht wieder arbeiten müssen. Yippieh!

Hinter uns liegen sehr aufregende, schöne und intensive neun Wochen. Es gab sehr viele tolle Momente, wunderschöne Landschaften, nette Menschen, viel Sonnenschein. Es gab natürlich auch Stress und Streit (soll ja bei uns manchmal auch zuhause vorkommen), aber das soll das Gesamtfazit nicht schmälern. Es war eine großartige Erfahrung. Wir haben unsere deutsche und europäische Nachbarschaft etwas besser kennen und lieben gelernt. Da können wir ruhig öfter hin. Der Autor dieser Zeilen konnte z.B. seine Vorurteile gegenüber den "miesen Franzosen" (nicht ernst gemeint) endlich abbauen. Das ist doch klasse, oder?

Auch das Leben in einem Wohnmobil ist eine spannende Sache, die wir jedem nur empfehlen können. Natürlich wissen wir bestimmte Annehmlichkeiten unserer Wohnung wieder sehr zu schätzen, wie z.B. den Geschirrspüler, das Bett oder das Bad. Aber Frühstück im Freien bei Sonnenschein mit original französischen Croissants ist trotzdem unschlagbar. 

Und weil wir so viel herumgekommen sind, gibt’s hier etwas Statistik um die Ohren:

Unsere Reiseroute umspannte folgende Länder/Regionen/Kantone:
  1. Deutschland
    1. Berlin (Start)
    2. Brandenburg
    3. Sachsen
    4. Thüringen
    5. Hessen
    6. Rheinland-Pfalz
    7. Saarland
  2. Luxemburg
  3. Frankreich
    1. Lothringen
    2. Champagne-Ardenne (nur Durchfahrt)
    3. Franche-Comté
    4. Burgung
    5. Rhône-Alpes
    6. Languedoc-Roussillon
    7. Midi-Pyrénées (nur Durchfahrt)
  4. Andorra
  5. Spanien (nur Durchfahrt)
  6. Frankreich
    1. Languedoc-Roussillon
    2. Provence-Alpes-Côte d'Azur
  7. Italien
    1. Ligurien
    2. Piemont
  8. Schweiz
    1. Tessin
    2. Graubünden
  9. Liechtenstein
  10. Österreich (nur Durchfahrt)
  11. Deutschland
    1. Bayern (nur Durchfahrt – zum Glück!)
    2. Baden-Württemberg
    3. Hessen
    4. Nordrhein-Westfalen
    5. Thüringen
    6. Sachsen
    7. Brandenburg (nur Durchfahrt)
    8. Berlin
Hier unsere Tour auf der Karte

Macht also insgesamt neun Länder (fast zehn, aber Monaco haben wir um ein paar Meter verpasst) und zehn Grenzübertritte. Nicht schlecht dafür, dass wir am Anfang nicht wussten, wo wir hinwollen. Bei der Übernahme des Wohnmobils hatte dies einen Kilometerstand von 1.720 Kilometern. Bei der Abgabe waren es 7.934, womit wir also 6200 Kilometer verfahren haben. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 11,7 Litern pro 100 km haben wir also ca. 725 Liter Diesel verfahren (sorry, liebe Umwelt), was bei einem Preis von durchschnittlich 1,25 Euro pro Liter Diesel irgendwas über 900 Euro gekostet hat (uff!). Die restlichen Kosten verschweigen wir, denn über's Geld redet man nicht. Außerdem ist ja die Zeit mit der Familie unbezahlbar, oder? Oder?? ;-)

Also, ihr Lieben. Macht es gut, passt auf euch auf, seid nett zueinander - und geht auf Reisen, solange ihr es könnt.

Danke fürs aufmerksame Mitlesen und Mitfiebern
Anne, Klara, Henri und Basti.

Kommentare:

  1. da habt ihr ja echt eine ganz strecke zurück gelegt. hört sich so aufgelistet noch viel weiter umfangreicher als in den einzelnen berichten an :-)
    schön, dass ihr so eine tolle zeit hattet :-)
    küsschen, kati

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  2. Die Karte ist ja cool - und boah, was für eine lange Strecke!!! Es ist sehr bewundernswert, was ihr mit zwei kleinen und energiegeladenen Kindern auf kleinem Raum schönes gemacht habt.
    Vielleicht schafft ihr es im nächsten Urlaub mal nach Bernau - dann kann der Opa auch nichts mehr sagen ;-)

    Bis bald - und jetzt wieder öfter - muahaha

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